1903 - 1938

1903 - 1907
Die industrielle Entwicklung hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch einen Umbruch im sanitären Bereich zur Folge. In England wird das „Water Closet“ erfunden und schon bald gibt es dort eine leistungsfähige Steingutindustrie. Als in Deutschland immer mehr Städte eine Kanalisation bekommen und das WC um die Jahrhundertwende gesundheitspolitisch vorgeschrieben wird, erkennen die führenden englischen Produzenten von sanitären Spülwaren die sich hier bietende Chance. Um die hohen Einfuhrzölle für Fertigwaren zu umgehen, gründen Thomas William Twyford in Ratingen, Alfred Johnson in Wesel und seine Vettern, die Gebrüder Johnson, in Flörsheim Feuertonfabriken.
Von Anfang an hat neben der reinen Funktionalität der „sanitären Steingutwaren“ auch deren Gestaltung einen wichtigen Stellenwert.
Da die Sanitärprodukte aufgrund der zunehmenden Urbanisierung lebhaften Absatz finden, müssen bald die ersten Betriebserweiterungen vorgenommen werden.
Bis 1914 werden in Ratingen 550 und in Wesel 400 Arbeitnehmer beschäftigt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges werden die Fabriken zwangsverwaltet und zwangsliquidiert.
1917
Gründung der Keramischen Werke AG (Grundkapital von 100.000 Goldmark) mit Sitz in Meiningen/Thüringen durch Zusammenführung der britischen Werke in Ratingen, Wesel und Flörsheim infolge kriegsbedingter Sequestration.

Außer Klosetts, Spülkästen, Bidets, Ausgüssen, Spülbecken und Waschtischen umfasst das Produktprogramm auch Trinkbrunnen und sehr modern anmutende Urinale mit Schamtrennwänden.
1918
Umfirmierung in KERAMAG Keramische Werke Aktiengesellschaft.
Sitz der Zentralverwaltung wird Bonn.

1919
Rückgabe der Aktienmehrheit an die vorherigen britischen Eigentümer sowie deutsche Minderheitsbeteiligte.
Beteiligung von Villeroy & Boch (30%).
1922
Zulassung der KERAMAG Aktie an der Börse.

1926
Übernahme der Aktienmehrheit durch die britischen Familien John Slater und Jocelyne Walker („Johnny Walker“).
1929/30
Einführung der auf der Basis von „Vitreous China“ entwickelten neuen Keramik- Masse Keravit.
1932
Zusammenführung aller dt. Sanitärhersteller in den Vertriebsverbänden Sanitäts-Keramik GmbH, Berlin, und Feuertonverkauf GmbH, Heidelberg.


1935
Übernahme der Villeroy & Boch-Anteile durch die Familie Walker sowie durch Thyssen.